Samstag, 9. Juni 2018
Freitag, 4. Mai 2018
Die haben hier ein Trampolin und ich liebe es!
Zunächst einmal aber das obligatorische Panikschieben, da die Zeit wirklich rennt! Ich habe gestern eingesehen, dass ich nur noch eine Hand voll Wochenenden habe. Deswegen hatte ich mich entschieden für das Mai-Lager von der Kirche abzusagen und musste bei einem Blick auf die Planung feststellen, dass es nur noch zwei Gelegenheit geben wird, für mich nochmal zu UG zugehen.
Es ist jetzt Freitag und für dieses Wochenende habe ich tatsächlich noch nichts vor. Das Wetter soll alllerdings schön und endlich auch wieder warm (20 Grad) werden, deswegen werden wir bestimmt viel draussen sein. Dann nächste Woche nur drei Tage Schule und am Donnerstag gehts dann aufs Land. Endlich!
Ich war bis jetzt drei Mal dort. Ein Mal im kalten und nassen November, um alles wintersicher zu machen. Ein Mal vor ca einem Monat, eigentlich um Grünschnitt zu verbrennen, aber vor Ort erwarteten uns 50cm Schnee und ein tiefgefrorener Holzhaufen, der auch nach vier Stunden und 10 Litern Diesel keine Anstände machte zu brennen. Und dann zuletzt vor einer Woche, um das Wasser wieder anzustellen und draussen ein paar Spuren des Winters zu beseitigen.
Der Schnee ist hier und auch auf dem Land zwar schon lange weg, aber 98% der Bäume sind noch immer grau. Vor zwei Wochen hatten wir hier schonmal recht warme Temperaturen und ich bin, zugegebenermassen etwas übertrieben, in Shorts und T-Shirt rumgelaufen. Dieses Wochenende soll der Frühling jetzt endlich wieder zurück kommen und dann auch erstmal bleiben. Perfekte Voraussetzungen für vier Tage und meine ersten Nächte auf dem Land. Ich freu mir echt nen Ast ab.
Dann ein noch nicht ausgeplantes Wochenende und dann kommen auch schon meine Eltern zu Besuch. Ich hab mir lange verboten daran zu denken, da es noch so weit weg war und ich mich nicht am Ende noch ausversehen selbst heimwehig machen wollte. Aber jetzt ist es so nah, dass es sich fast unwirklich anfühlt und ich mich endlich auch darauf freuen kann. Pläne hab ich noch keine richtig, ein bisschen Södertälje und viel Stockholm.
Die Woche und das Wochenende darauf sind wir dann auf ganz viele "Student-Feste", also Feste bei denen man feiert, dass man das Abi geschafft hat, eingeladen. Dann ist Juni... ja
Freitag, 27. April 2018
Avicii
Avicii ist tot. Als ich das letzten Freitag erfahren hatte, gab es erst einen Google Eintrag darüber und der war 2 Minuten alt und ich habe noch darauf gehofft, dass alles nur ein Fehler ist. War es aber leider nicht. Auch meine Gastfamilie war total schockiert und der schöne Grillabend verlor etwas an Stimmung.
Jetzt, fast exakt eine Woche später, muss ich sagen, dass mich noch nie ein Tod eines "Prominenten" so mitgenommen hat. Ich will jetzt auch gar nicht vorheucheln, dass ich ein extrem großer Fan war, dann das war ich nicht, aber 2013, das Jahr von Wake Me Up und das Jahr, in dem ich mich entschieden habe, dass ich nach Schweden will. Und Avicii war davon kein unwesentlicher Teil.
Ganz davon abgesehen, fühlt sich jetzt hier alles nochmal viiieel näher an. Ich kenne die Gegend wo er aufgewachsen ist, kann die allerersten Interviews verstehen, weiss wo das Norra Real Gymnasium liegt wo er zur Schule ging, kenne die Stadt die er in zahlreichen Liedern besingt und kann die herzzerbrechenden Briefe seiner Eltern verstehen. Auch wenn er dieses Ende selbst gewählt hat, sowas darf einfach nicht passieren. Das geht nicht in den Kopf rein.
Alles wird nur noch schmerzhafter, nachdem man die nur ein paar Monate alte Dokumentation um ihn schaut und sieht, wie das Touren und die Industrie ihn kaputt gemacht haben. Selbst habe ich die Dokumentation noch nicht gesehen, weil ich schon nach wenigen Minuten nur knapp einen Heulkrampf vermeiden konnte. Vieles darin ist seit letzten Freitag noch 1000 mal schmerzhafter anzuschauen.
Tim Bergling, das könnte absolut ein Kumpel von Josef gewesen sein. Ich hab hier schon viele getroffen, die mich, jetzt im Nachhinein, an ihn erinnern. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass Schweden noch immer trauert, und Schweden... das bin jetzt auch ich.
Liebe Grüße,
Emilia
PS: Ich frage mich, ob ich jemals wieder ein Avicii Lied hören können werde ohne direkt traurig zu werden
Freitag, 13. April 2018
Dreiundsiebzig Tage
Nur noch dreiundsiebzig Tage in meiner Gastfamilie, die so wundervoll ich, dass mir die Worte dafür fehlen. Klar werde ich zurück kommen, aber ich muss einsehen, dass es nie wieder so sein wird, wie in diesen Wochen und Monaten.
Mein Leben wird auf unbestimmte Zeit und vielleicht sogar nie wieder so einfach und entspannt sein. Denn Probleme gibt es hier nicht, in einer Welt in der Aufstehen vor 8.00 Uhr eine Seltenheit ist, in der Schultage nicht länger als 4-5 Stunden sind, wo man Hausaufgaben nur macht, wenn man gerade Lust hat. Kein Arbeiten am Wochenende, kein Verzweifeln über bevorstehende Arbeiten, keine Übermüdung, kein Tanztraining, absolut keine Konflikte. Das Leben ist einfach leicht.
Von Freundschaften, wie ich sie in Deutschland habe, bin ich hier weit entfernt, aber daran hab ich mich gewöhnt. Und manchmal kann ich mich ganz schön unproduktiv fühlen, denn wie beschissen Schule auch manchmal sein kann, am Ende des Tages weiss man immer, was man gemacht hat und, dass man einen Schritt näher zu den Herbstferien, dem Ende des Schuljahres und dem Abitur gekommen ist.
Mein Leben ist vielleicht ein bisschen flach im Moment, auf konstant hohem leicht überdurchschnittlichem Niveau.
Seit ein paar Tagen kann man sich hier einbilden, dass Frühling ist. Die Natur traut der Sache noch nicht recht und zögert noch damit aus dem Winterschlaf zu erwachen. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Temperaturen lagen die letzten Tage so um die 10 Grad, doch in der Sonne kann man locker ohne Jacke sitzen.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich den Frühling jetzt einfach herbei zwinge. Die Winterstiefel wurden nach reichlich sechs Monaten wieder durch Sneakers ersetzt, ich radle mit offener Jacke zur Schule, geh am Abend eine Runde Fahrradfahren oder im T-Shirt laufen. Mache schlicht und ergreifend das, was ich mit dem Frühling und Sommer verbinde.
Das einzige, dass ich nicht imitieren kann, ist dieses Gefühl, das ich so viele Jahre lang hatte. Wenn man das erste Mal ohne Jacke zur Schule fährt und plötzlich realisiert, dass Sommer und Sommerferien nahe sind. Da schließt man mit dem Schuljahr schon so halb ab, die meisten Noten sind eh sicher und ohne all den Stress hat man mit einem Mal viel mehr Zeit und kann Sachen machen, die einem Spass machen. Diese Leichtigkeit ist es, die mich jeden Frühling wiederbelebt und die ich hier jetzt gerade vielleicht ein bisschen vermisse.
Aber ganz ehrlich, das ist meckern auf hohem Niveau. Und wenn das Wetter hier auch nur annähernd so weitermacht, dann werden die letzten Wochen hier einfach nur traumhaft werden. Ob zwei Monate, eine Woche und fünf Tage jetzt lang oder kurz sind, weiss ich nicht genau, aber ich glaube sie werden viel schneller vergehen, als mir lieb ist. Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen.
Emilia
Donnerstag, 29. März 2018
Warten auf den Frühling
Alle warten verzweifelt auf den Frühling, meine Gastfamilie versichert mir jeden Abend, wenn wir verzweifelt den Wetterbericht schauen, dass dies kein normales Jahr ist. Vor zwei Wochen hatten wir mal einen Tag 10 Grad und Sonne und wir haben auf der Terrasse Waffeln gegessen. Herrlich! Aber seitdem sind es wieder nur so um die 0 Grad und der Wind bläst kalt.
Jetzt nach der Zeitumstellung ist alles noch nerviger und ich komm mir vom Wetter verarscht vor. Die Sonne scheint wie wilde und es ist hell bis fast 20.00 Uhr. Eigentlich will man nur draußen sein, aber sobald man dann draußen ist, friert man sich nach ein paar Minuten den A**** ab. Im Januar war sowas noch okay, aber jetzt ist fast April und es ist Zeit für wärmeres Wetter.
Man will also immer noch einfach nur drinne sitzen, dann scheint aber die ganze Zeit so die Sonne und man bekommt ein schlechtes Gewissen, dass man so inaktiv ist. Ich möcht so gerne Södertälje und Umgebung mit dem Fahrrad erkunden, aber das Eis hat das bisher noch verhindert. Eis und Schnee verschwinden jetzt zwar so langsam, aber Minusgraden Fahrradfahren macht dann doch nicht so Spass.
Ja, jetzt hab ich dann auch mal fertig gemeckert.
Hier noch ein paar Bilder vom letzten Wochenende, als wir im Stendörren Naturreservat wandern waren.
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| Frida und Ylva |
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| "Stendörren", eine Landenge zwischen einem See und dem "offenen" Meer |
Montag, 19. März 2018
Ski-Urlaub in Högbobruk
Der größte Höhepunkt der letzten Woche war sicherlich die eine Woche Ferien, noch genauer die vier Tage Winterurlaub. Am jenem Sonntag haben wir uns also frühs mit vollbepacktem Auto auf den Weg nach Högbobruk, Sandviken gemacht. Die nächsten Tage sollten in Mittel- und Südschweden wirklich von Schneekaos und stundenlangen Staus geprägt sein, aber wir hatten sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg richtig Glück und sind reibungslos durchgekommen.
In Högbobruk angekommen haben wir Mittag gegessen und dann gings auch schon auf die erste Skitour. Dann kam sogar noch die Sonne raus und es war richtig traumhaft. Nach 8 km und 2,5 Stunden (das langsame Tempo war wohl mir zuschulden) später waren wir wieder in unserer Hütte und ich war einfach nur fertig mit der Welt. Dementsprechend konnte ich mich nichtmal motivieren noch in den Spa zugehen und hab stattdessen erstmal zwei Stunden geschlafen. Dann gings aber doch nochmal raus zum Abendessen einkaufen, wir vier alle kurz vorm Verhungern. Ein paar Packungen Fertig-Tortellini haben uns dann aber doch noch vor dem Hungertod gerettet und noch vor 22.00 Uhr haben alle geschlafen.
Am nächsten Tag konnten wir dann zum ersten Mal das unglaubliche Hotelfrühstück geniessen. Alles was das Herz begehrt! Brot, Obst, Saft, Müsli, Joghurt, Smoothie, Gebäck, Rührei und Waffeln. Danach hätte man sich am Liebsten direkt wieder ins Bett gelegt und ein Verdauungsschläfchen gehalten, aber daraus wurde nichts, denn es sollte auf große Ski-Tour gehen.
Mit unzähligen Lagen Klamotten, gewachsten Skier und Fika im Rucksack ging es los. Ich bin definitiv kein Talent im Langlauf aber ich kam immerhin voran und Spass hat es auch gemacht. Hingefallen bin ich nur zweimal. Einmal weil ich zu stur war einzusehen, dass ich den Anstieg nicht im Parallelstil in der Spur hoch kann und dann rückwärts wieder den Berg runtergerutscht bin. Das andere Mal hat meine Panik vor allzusteilen Abfahrten dazu geführt, dass ich zunächst ewig brauchte um mich zu überwinden und nach ein paar geglittenen Zentimetern meine Entscheidung bereute und mich als Notbremse auf die linke Seite geworfen habe.
Nach 6 km waren wir dann an einem kleinen Unterstand angekommen und haben dort Tee getrunken und etwas Studentenfutter gegessen. Der Kälte zu schulde war die Pause recht kurz und dann ging es auch schon weiter. Am Ende des Tages hatten wir dann fast 14 Kilometer in den Beinen und wir alle waren mehr als fertig.
Doch trotz Muskelkater des Todes ging es auch am nächsten Tag wieder in die Spur. Dieses Mal war eine "etwas" bergigere 8 Kilometer Runde unser Ziel. Und die war nicht nur etwas, sondern sehr viel bergiger. Gefühlt 80% der Zeit sind wir also breitbeinig im Schneckentempo irgendwelchen Anstiege hochgewatschelt, mit der permanenten Angst nach hinten weg- und den ganzen Weg wieder zurück zu rutschen. Auch die Abfahrten sorgten, zumindest bei mir, nicht für Entspannung. Aber auch das war dann irgendwann vorbei und nach einer Mittagspause in der Hütte konnten Karin und ich uns aus unerfindlichen Gründen sorgar noch dazu aufrappeln noch eine kleine 2,5 Kilometer Runde dranzuhängen.
Anschliessend gings dann endlich in den Spa und auch wenn das Wasser im Whirlpool viel zu kalt war, taten Sauna und Dampfbad dem geschundenen Körper sehhhrr gut.
Mittwoch war dann auch schon der letzte Tag. Am Abend zuvor hatten wir schon alles zusammengepackt, sodass wir uns nur noch ein letztes Mal auf den Weg zum Frühstück machten und dann in Richtung "Kungsberget" fuhren. Für Erik und Ylva ging es wieder in die Langlaufspur und für Karin und mich stand Abfahrt auf dem Programm. Ich wurde vorher gewarnt, dass es ein sehr kleines Skigebiet ist, aber letztendlich war es mit 7 Liften und 12 Pisten das mit Abstand grösste Skigebiet in dem ich jemals war.
Wie jedes Mal war ich auch dieses Jahr wieder positiv überrascht, dass ich das Skifahren nicht verlernt hatte und alles ging fast Unfallfrei über die Bühne. Karin hat sich ein paar Mal "hingelegt" und es geschaftt zwei (!!!) Ski-Stöcke zu zerstören :D
Das einzige was man als Unfall bezeichnen könnte, war eine Horror-Fahrt mit dem Schlepp-/Ankerlift. Keine Ahnung, wie es passierte, aber jedenfalls hingen Karin und ich beide schon nach wenigen Sekunden hinter dem Bügel und haben verzweifelt versucht uns festzuklammern. Das scheinte am Anfang auch zu funktionieren, doch als die Arme anfangen zu schmerzen war es zu spät um loszulassen, denn rechts und links war nur Wald und Tiefschnee. Es wurde immer steiler und die Arme brannten nur noch. Der Berg wollte kein Ende nehmen und Karin begann aus Verzweiflung zu lachen, ich zu weinen. Irgendwie hatten wir es dann doch nach oben geschafft und lagen dorte erstmal fünf Minuten uns vor Schmerzen krümmend im Schnee, dann lies der Schmerz nach und wir haben getan als wär nie was passiert. Wir waren dann aber doch so geschafft, dass wir die falsche Abfahrt gewählt haben und in einer Sackgasse landeten, aus der man nur mit eben jenem Schlepplift wieder raus kommen konnte. Es ging dann zum Glück alles gut, aber den Lift haben wir dann aber doch für den Rest des Tages gemieden.
Ich hatte auf jeden Fall immer noch unglaublichen Muskelkater und manchmal hab ich einfach mitten in der Abfahrt geschrien, weil die Oberschenkel so brannten. Trotz aller Schmerzen war es ein richtig schöner Tag mit allen möglichen Wetterlagen und teilweise richtig tollen Aussichten. Trotzdem war ich ungaublich froh, als Erik und Ylva dann auftauchten um uns abzuholen. Nach 10 Minuten im Auto war ich dann auch schon eingeschlafen und bin erst als wir von der E20 abgebogen sind wieder aufgewacht.
Da war der Urlaub also auch schon wieder vorbei, aber der Muskelkater sollte mich noch ein paar Tage begleiten. Ich habe leider kaum Bilder gemacht, aber im Kopf sind der Erinnerungen für immer gespeichert.
Mittwoch, 21. Februar 2018
Die Schweden und ihr Essen
Und was das angeht kann ich mit nichts Anderem anfangen, als dem absoluten Stereotyp: Köttbullar.
Und es ist wirklich so, Köttbullar mit Maccaroni und Ketchup ist hier eine absolute Standard-Mahlzeit. Egal ob in der Schule, in einer Studenten-WG oder zum Familienabendessen. Meine Gastfamilie hat eine riesige Variation an Gerichten und wenn es dann dochmal Köttbullar sind, dann gibt es eine wirklich realitätsnahe vegetarische Alternative. Lecker!
Dann etwas, dass man vielleicht nicht in Schweden erwarten würde: Tacos! Diese sind hier unglaublich beliebt, jeden Freitag sehe ich unzählige Snaps vom traditionellen Taco-Fredag. Bei uns zuhause gab es bis jetzt nur zwei Mal Tacos, zuletzt gestern. Auch hier gibt es eine passende Alternative (Quorn) für mich und ich liiieeebe Tacos. Schön mit Guacamole, Tomate, Gurke, Salat und Quorn. Mhhhhm
Definitiv auch erwähnt werden muss der hohe Konsum an Milchprodukten. Milch trinkt man hier wie Wasser zu jeder Mahlzeit, 100000 Sorten von Joghurt, Fil (eine Art sauerer Joghurt, nach Monaten weiss ich immer noch nicht genau, ob ich das jetzt mag oder nicht), Käse und Butter. Also wirklich, so eine Molkerei-Abteilung, das habt ihr in eurem Leben noch nicht gesehen. Nachdem ich fast zwei Jahre komplett ohne tierische Produkte gelebt habe, kann mich daran manchmal ein bisschen stören, aber was soll man machen. Immerhin kauft meine Gastfamilie fast immer Bio.
Und dann natürlich noch: Kanelbullar, Kardamombullar, Semla. Wenn sie was können, die Schweden, dann ist es Süssgebäck. Kanelbullar och Semla haben sogar ihren eigenen Feirtag, der landesweit zelebriert wird. Wenn wir schonmal beim Süssen und Ungesunden sind, dann kann ich auch gleich noch das Lösviktsgodis erwähnen. Riesige Regale wo man sich seine eigene Süskram-Mischung zusammenstellen kann und dann per 100g bezahlt. Da ich aber nie wirklich Gummibärchen mochte und viele zudem Gelatine enthalten, halt ich mich bei sowas eher zurück.
Davon abgesehen, kann ich jetzt nicht mehr so große Unterschiede zu dem bei uns in Deutschland erkennen. Vielleicht ist noch zu erwähnen,
dass hier außergewöhnlich viele nach Rezept und ziemlich avanciert kochen. Meine Gastfamilie hat zum Beispiel eine riesige Rezeptesammlung, die jeden Sonntag rausgeholt wird und dann werden 7 Rezepte ausgewählt und dementsprechend eingekauft. Ich habe in meinen knapp 4 Monaten bei ihnen noch kein Gericht mehr als drei Mal gegessen.
| So sieht es bei uns am Abendbrotstisch aus |
Mittwoch, 14. Februar 2018
Im Norden nichts Neues
Es ist kalt und der Schnee wechselt in der Konsistenz permanent zwischen zu Eis gefroren und Matsch. Die Sonne zeigt sich eher selten, das schlägt auf die Stimmung und die Motivation Sachen zu unternehmen. Ich hab also relativ viel Zeit zuhause verbracht. An sich ist das ja gar nicht schlimm, aber ich habe dann immer das Gefühl, ich verschwende meine Zeit hier.
Ein paar Mal war ich auf alle Fälle in Stockholm, die Wochenenden verbringe ich meist mit meiner Gastfamilie, vorletztes Wochenende war Konfirmationlager in Tumba und ich war als einer der Leiter da und danach war ich noch ne Woche richtig schön krank.
Heute, passend zum Valentinstag, treffen wir die neuen Austauschschüler, die Ende Januar angekommen sind und am Sonntag haben wir unser gewöhnliches Treffen mit meiner Koordinatorin. Ebenfalls am Wochenende wird dann mein Gastbruder, der in Skåne wohnt, für eine Woche nachhause kommen und dann ist auch schon Sportlov, also die hier in Schweden nur einwöchigen Winterferien.
Es macht sich langsam wirklich bemerkbar, dass es hier schon seit Monaten recht dunkel ist und auch, wenn wir jetzt schon locker zwei Stunden mehr Licht, als im Dezember bekommen, sehne ich mich wirklich nach dem Frühling. Ich wurde zwar schon gewarnt, dass der Winter hier durchaus bis in den April dauern kann, aber ich hoffe mal auf das Beste und darauf, dass mit dem Februar das schlimmste bald überstanden ist.
Irgendwann im Januar habe ich hier Halbzeit gefeiert und fünf Monate kommen mir gleichzeitig viel und wenig vor. Inzwischen weiss ich, dass ich auch noch Mittsommer hier in Schweden verbringen werden darf und dann am 25. Juni nachhause fliege. Auch die Wochen davor sind schon recht ausgeplant.
Ich befinde mich ein bisschen in einer ähnlichen Situation, wie vor einem Jahr. Damals ist
zu diesem Zeitpunkt absolut nichts Neues bezüglich meines ATJ´s passiert und auch so war das Leben allgemein recht ereignislos. Ich verbrachte also mehrere Wochen einfach nur wartend, wartend, dass die Zeit vergeht und endlich Mai oder so ist. Und gleichzeitig wusste ich, dass die Zeit am Ende sicherlich viel zu schnell vergehen wird und ich eigentlich die Gegenwart geniessen sollte.
Ähnlich geht es mir jetzt auch. Es passiert nicht viel Spannendes und ich warte eigentlich nur, dass endlich Frühling wird und man endlich wieder mehr draußen sein kann und will. Aber natürlich weiss ich auch, dass meine Zeit hier viel zu knapp und kostbar ist um einfach monatelang nur zu "warten".
Jaha, das ist also zur Zeit so ein bisschen mein Dilemma, aber an sich ist alles im hellgrünen Bereich.
Ihr hört bald wieder von mir,
Emilia
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| Ein sonniger Sonntag in Järna |
Mittwoch, 17. Januar 2018
Weihnachten in Endregård
Alles begann am Donnerstag mit dem letzten Schultag vor Weihnachten. Es war kein Unterricht mehr, nur ein ca. einstündiges Programm. Das wurde hauptsächlich von den Schülern des dritten Jahres gestaltet, die ihre Aufgabe aber scheinbar nicht so wirklich ernst genommen hatten. Dementsprechend war alles recht chaotisch und nur auf eine missglückt lustige Art und Weise unterhaltsam.
Immerhin war ich dann zeitig zuhause und am Abend kamen dann auch Frida aus Stockholm und Josef aus Skåne nach Hause. Am Freitag gabs dann einiges vorzubereiten und am Abend wurden die Geschenke ausgeteilt. Etwas unkonventionell das zwei Tage vor Weihnachten zu machen aber aus zeitlichen Gründen passte es da einfach am Besten, denn am nächsten Tag sollte es auf Reise gehen,
Und so machten wir uns dann am Samstagmorgen im vollgepackten Auto auf nach Nynäshamn, von wo aus die Fähre nach Gotland geht. Das war dann also das erste Mal, dass ich auf so einer richtigen Fähre war. 3,5h waren dann auch etwas länger als eine 90 sekündige Elbüberfahrt, doch die Zeit verging recht schnell. Wir waren nämlich mit den Cousinen, also der Schwester von meiner Gastmama und ihren drei Kindern unterwegs. Mit Arild (16), Virve (18), Ivan (19) und natürlich Karin und Frida wurde dann zwei Stunden lang Karten gespielt. Dann noch essen und etwas schlafen und schon waren wir in Visby.
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| Rauf auf die Fähre |
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| Plinsen zum Früstück |
Wer dann genau auf die Idee gekommen ist weiss ich nicht mehr, aber wir hatten uns dann in den Kopf gesetzt, dass wir Film schauen wollen, natürlich auf der grossen Leinwand. Das gestaltete sich dann aber etwas schwieriger gedacht und nach einer Stunde und einigen mittelgefährlichen Aktionen (siehe Bild) funktionierte dann zwar das Bild, aber nicht der Ton. Irgendwie hat Arild es dann aber doch geschafft und wir hatten es uns alle mit Matratzen, Decken und Kissen gemütlich gemacht. Keine Ahnung wie der Film eigentlich hieß, war auf jeden Fall komisch. Irgendwas mit Waschbären im Weltall... Jedenfalls hat keiner von uns fünf mehr die 10. Minute des Filmes mitbekommen und so gegen 04.00 Uhr bin ich dann im Halbschlaf in der Decke eingerollt die Treppe runter in mein Bett.
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| "Unklar ob alle den Abend überleben werden" |
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| Visby und das Meer |
Ja das war also mein erstes Weihnachten weg von Zuhause. Es war echt schön und obwohl alle 24/7 davon geredet haben, dass das wichtigste an Weihnachten ja die Familie ist und ach wie schön es doch ist wenn alle zusammen sind, wurde ich von Heimweh verschont.
Ich hoffe ihr hattet auch alle schöne Weihnachten,
Emilia
Dienstag, 16. Januar 2018
Vorwort
Das Jahr ist noch jung und es liegt ganz viel vor mir. Schlimm nur, dass ich jetzt vom Weihnachten "letztes Jahr" sprechen muss. Aber Weihnachten und Silvester, das werden extra Einträge, weil es einfach so furchtbar viel zu erzählen gibt.
2018 also... das Jahr, das ich zur Hälfte im "Ausland" und zur Hälfte "Zuhause" verbringen werde, zur Hälfte mit allem "Alten", zur Hälfte mit allem "Neuen". Und das komische ist, ich weiss nicht was mit was gemeint ist. Ist das hier noch "Ausland"? Ist "Zuhause" wirklich nur noch ein 15 km Radius im Norden von Sachsen? Wird sich "Zuhause" jemals wieder wie das richtige und einzige "Zuhause" anfühlen? Hab ich dann zwei "Zuhause" oder gar keins?
Und was ist eigentlich "alt" und "neu"? Nach zehn Monaten Schweden ist Deutschland wieder "neu". Nach fast 17 Jahren fühlte sich Deutschland ziemlich "alt" an, aber jetzt nach gerade mal fünf Monaten ist Schweden auch nicht mehr so "neu". Komm ich dann also nach zehn Monaten vom "Alten" ins "Alte" oder vom "Neuen" ins "Neue"?
Unklar.
Jaja, alles ist so ein bisschen unklar und deswegen sind die tausend Gänsefüsschen (welch ein niedliches Wort. Deutsch, du bist doch nicht so hässlich) auch wirklich nötig.
Es ist ganz klar, dass diese zehn Monate das bisher grösste sind, was ich in meinem Leben gemacht habe. Das Leben wird in ein "vor" und "nach" dem Auslandsjahr aufgeteilt werden. Aber gerade eben befinde ich mich im kürzesten und wertvollsten Teil, dem "während" des Auslandsjahres und darauf werde ich mich die nächsten fünf Monate konzentrieren.
2018... Leben, ich komme!
Vorwort Ende.
Donnerstag, 14. Dezember 2017
Zwei Welten
Ich lebe in einem richtigen Standard Schweden-Haushalt, drei blonde Kinder, gelbes Holzhaus, kleiner Garten, ruhige Wohngegend, alle fahren Fahrrad, man spielt Innebandy, Buttermesser und Käsehobel sind die wichtigsten Küchenutensilien, die wunderschönste, klischeehafteste Sommerstelle die man sich vorstellen kann, man heisst Erik, Ylva, Frida, Tove. Es ist wirklich genauso wie man sich es vorstellen würde.
Doch dann geh ich in die Schule und es fühlt sich vollkommen unrealistisch an zu wissen, dass ich nur 1 km von Zuhause weg bin. Manchmal wird arabisch gesprochen, meistens aber doch schwedisch. Es ist ganz klar ein anderes schwedisch, ich würde es mal mit dem Berlin-Neukölln-Deutsch vergleichen. Man merkt, dass gut die Hälfte der Schüler hier nicht in Schweden geboren ist. Und der Rest ist zwar in, aber nicht zwischen Schweden aufgewachsen.
Man geht hier eher getrennte Wege. Ich würde nicht direkt sagen, dass die Integration gescheitert ist, denn es gibt kaum Probleme und das Bild, dass die rechtspopulistischen Schweden-Demokraten von dieser Stadt malen wollen ist einfach nur falsch. Jedoch ist Segregation hier definitiv Alltag.
Es heißt "wir" und "die anderen". Und das von beiden Seiten, von Schweden und Einwanderern, Nicht selten enden Geschichten, die ich hier in der Schule höre, mit einem spaßig verächtlichen "Svenskarna..." also sinngemäß "Ach die Schweden...". Ob meine Gastfamilie Schweden sind, wurde ich gefragt. Also so richtig und komplett? Man ist verwundert. Man stellt infrage warum denn ein Priester der Schwedischen Kirche in den Unterricht kommt, wenn da eh niemand Mitglied ist und die allgemein "komisch" sind. Dass mehr als 60% der Bevölkerung dieser Kirche angehören weiss man scheinbar nicht.
Religion spielt hier eine große Rolle. Die meisten Einwanderer sind Assyrer/Syrianer und gehören verschiedenen Strömungen des Christentums an. Hass gegen Juden, Muslime, Homosexuelle, das ist hier definitiv noch ein Problem. Erste diese Woche wurden die Regenbogenfahnen, die jetzt in der Rezeption hängen, mit vielen kritischen Blicken und einem Hauch von Hass und Abscheu betrachtet. Was hier manche im Relgionsunterricht zum Thema Judentum von sich gegeben haben, hätte in Deutschland mindestens zu einem Gespräch mit dem Schulleiter, wenn nicht gar zu einer Anzeige geführt.
Zwischen den Schweden und den Einwanderern gibt es kaum Probleme, man verliert kaum ein böses Wort über einander. Die größten Konflikte bestehen hier unter den Einwanderern. Zentral ist dabei der Streit ob man Assyrer oder Syrianer (exakt dasselbe Volk, nur unterschiedliche Namen) und Anhänger der dazugehörenden Fußballteams ist.
Zurück zum Thema Segregation: Kein Schwede würde sein Kind jemals an meine Schule schicken, kein Schwede jemals nach Hovsjö oder Ronna ziehen. Wo ich jetzt wohne gibt es wiederum nur Schweden. Die Schweden, die es hier gibt, kennen sich so gut wie alle untereinander und sind eine Gemeinschaft für sich. Bei den Kindern und Jugendlichen ist es zumindestens schon viel gemischter, was Hoffnung für die Zukunft gibt.
Ja, jetzt hab ich irgendwie den Faden verloren, aber was ich eigentlich sagen wollte:
Es funktioniert, man lebt friedlich nebeneinander, aber von einer glücklichen, bunten, toleranten Multikulti-Gesellschaft ist man auch hier noch ein ganzes Stückchen entfernt.
Montag, 4. Dezember 2017
Wochenenden
Wir sind hier zum Beispiel gerade dabei das Badezimmer zu renovieren und dementsprechend führt uns der ein oder andere Ausflug zu K-Rauta, einer schwedischen (oder eher finnischen) Baumarktkette. Auch Frida, die vor einem reichlichen Monat ausgezogen ist und deren Zimmer ich jetzt bewohne, haben wir schon in ihrer neuen Wohnung "på söder" besucht. Letztes Wochenende hab ich zum ersten Mal in meinem Leben Holz gehackt (ohne mich zu verletzen möchte ich stolz hinzufügen) und konnte mich daraufhin drei Tage lang kaum bewegen. Diesen Samstag sind wir dann zu einem großen "Loppis", eine Art Flohmarkt, gefahren. Dort kann man alles, von Möbeln über Bücher bis hinzu nutzlosem Kleinkram für recht billiges Geld kaufen. Zufällig haben wir dann ausgerechnet dort endlich ein Sofa für Frida gefunden.
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| Ein einziges trauriges Bild vom Loppis, ein lustigeres folgt bald |
An Sonntagen geh ich eigentlich immer zum Gottesdienst und zur anschließenden Fika. Da trifft man dann die meisten wieder, mit denen man schon am Freitagabend bei UG war. Gestern zum ersten Advent war es ein besonders schöner Gottesdienst und die Kapelle war übervoll. Wie so oft hat der Jugendchor (der aus fünf Stimmen plus Gitarre, Klavier und Cajon besteht) gesungen und damit wie immer meinen Lieblingsteil des Gottesdienstes dargestellt. Ich kenne alle fünf und sie spielen wirklich wundervoll zusammen, besonders Ruben, der einfach unglaublich talentiert ist. Da sie selbst die Lieder wählen dürfen sind es immer unsere Lieblingslieder von UG, die ich inzwischen auch kenne und mitsingen kann.
Außerdem war gestern das zweite Konfa-Treffen, was dazu führte, dass ich den ganzen Tag ausgeplant war. Auch wenn ich selbst nicht konfirmiert bin, habe ich mich hier angemeldet um "Leiter" (???) zu werden. Nach einem Wochenende im Oktober währenddessen wir selber zu guten Ausbildern geschult wurden, darf ich mich jetzt offiziell Konfa-Ledare nennen. (Ledare könnte man zu Führer übersetzen aber auf deutsch klingt das einfach falsch ¯\_(ツ)_/¯)
Gestern war dann also das zweite Konfa-Treffen mit den neuen Konfirmanden und nach verschiedenen Teambildenden Aktivitäten und einer kurzen Andacht waren wir dann gegen 16.00 Uhr fertig und nach etwas Aufräumen und Nachbesprechung war ich dann kurz vor 17.00 Uhr zuhause.
Jap, das wars dann auch erstmal wieder von mir,
machts gut,
Miele
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| Ein bisschen Weihnachtsstimmung aufm Sergels Torg |
Montag, 27. November 2017
Besuch in Spånga
In Spånga angekommen und nach einer kurzen Busfahrt waren wir dann in einem Wohngebiet angekommen und als wir das Haus betraten standen schon so viele Paar Schuhe im Eingang, dass mir plötzlich klar wurde, dass das nicht nur "ein paar neue Leute" sind, die ich da kennenlernen werde.
Zum Glück waren alle supernett und haben es mir nicht übel genommen, wenn ich mehr als einmal nach dem Namen fragen musste. Mir wurde das Haus gezeigt, ich hab mich mit einigen Personen etwas länger unterhalten und dann gab es auch schon ein sehr vegetarier-freundliches Abendessen. Anschließend machte sich dann die Jugend (locker die Hälfte der Gäste war unter 20???) auf in die obere Etage des Hauses um dorte Film zu gucken oder einfach nur Mist zu reden :D. Außerdem haben wir mit Joseph, meinem Gastbruder, der in Småland wohnt, geskyped.
Es war echt megalustig und ich freu mich schon auf Weihnachten, welches wir alle zusammen auf Gotland feiern werden.
Dienstag, 21. November 2017
Dunkelheit
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| Stockholm bei Nacht. Oder war es doch erst 16.00???
Liebe Grüße von mir,
Emilia
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| Welch ein Erwachen |
Montag, 20. November 2017
Angekommen pt. 3
Mittwoch, 8. November 2017
Schreibblockade
Es ist einfach wirklich schwer für mich ein paar Worte für euch zuhause zu formulieren. Ich hab jetzt hier irgendwie mein Leben und alles in Deutschland ist für mich wie auf Pause gestellt. Gleichzeitig ist in Deutschland absolut nichts pausiert, sondern alles geht ganz normal weiter, halt nur ohne mich.
Wie gesagt, es ist sehr viel passiert aber das kann und will ich hier nicht unbedingt alles ausführen. Die grösste Veränderung ist wohl, dass ich seit einer Woche in einer neuen Gastfamilie lebe. Ich wohne weiterhin in Södertälje, halt nur in einer anderen Ecke, und zur Schule kann ich jetzt laufen, Fahrradfahren oder den Bus nehmen.
Letzte Woche hatte man hier in Schweden Herbstferien, aber ich hab es natürlich mal wieder geschafft die gesamte Zeit ziemlich stark erkältet zu sein und habe dementsprechend im Prinzip nichts machen können ¯\_(ツ)_/¯
So, das wars dann auch schon wieder. Ab jetzt werde ich versuchen häufiger ein paar kurze Posts zu schreiben.
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| Wenn sich 4 Brücken gleichzeitig öffnen |
Sonntag, 8. Oktober 2017
Kurzer Einwurf
So, jetzt muss ich mich einfach mal wieder kurz melden. Ein etwas umfangreicherer Eintrag liegt jetzt schon seit zwei Wochen in den Entwürfen, aber ich bekomm es einfach nicht auf die Reihe den fertig zu schreiben. Deswegen kommt jetzt hier mal ein ganz fixes Update, damit ich nicht noch weiter in Verzug komme.
Also, jetzt weiß ich gleich gar nicht wo ich anfangen soll. Schule läuft weiterhin gut, auch wenn jetzt immer mal der ein oder andere Text ansteht und es nicht mehr ganz so extrem entspannt ist. Ich fahr weiterhin oft nach Stockholm und verbringe viele schöne Stunden dort.
Seit drei Wochen geh ich jeden Freitag zur UG. Das ist kurz für Ungdomsgruppen und vergleichbar mit der Jungen Gemeinde (so heißt das zumindest bei uns). Religion hat sonst nie eine große Rolle in meinem Leben gespielt und ich bin jetzt auch nicht mit einem Mal zur streng gläubigen Christin mutiert, aber ich hab mich selten in einer Gruppe so wohl gefühlt. Von der ersten Sekunde an, obwohl ich komplett neu war und keiner mich kannte, hab ich mich sofort willkommen und akzeptiert gefühlt.
Wir treffen uns wie gesagt jeden Freitag 19.00 und jeder Abend beginnt mit einem Kring, indem sich jeder ein wenig vorstellt und eine etwas spezielle Frage beantwortet (Aktuelles Lieblingslied, Lieblingsakkord, Was würdest du der Priesterin ins Gesicht werfen wenn du dürftest). Dann ist jeweils eine Aktivität geplant. Bisher hatten wir einen Spieleabend, wir haben draußen mit Ästen berühmte Sehenswürdigkeiten nachgebaut und gestern war lovsångskväll, das heißt wir haben gesungen.
Dann gegen 21.00 ist für gewöhnlich Andacht und danach gibt es Fika und man sitzt bis spät am Abend und redet. Ich finde es echt faszinierend, wie fokussiert und passioniert alle bei der Andacht und beim Singen sind. 14-jährige Jungs, die sich Minuten früher noch durch den Garten gejagt und dumme Witze gemacht hatten, sitzen mit einem Mal ruhig da, spielen Gitarre, singen und reden über ihren Glauben. Umgekehrt können sich die "Erwachsenen" (24-28 Jahre) am Abend auch wie die albernsten Kinder benehmen :D
Ein weiterer lustiger Zufall ist, dass die Priesterin Deutsche ist und nur 100 km von mir weg wohnt (in Deutschland), sodass ich mit ihr nicht nur mein Deutsch sondern gar mein Sächsisch aufrecht erhalten kann :D
Letzten Sonntag war ich außerdem beim Gottesdienst. Ich müsste jetzt lügen, wenn ich sagen würde, dass es mega spannend war, aber es war auf alle Fälle eine schöne Erfahrung. Außerdem haben wir uns anschließend noch zur Fika zusammen gesetzt (Jugendliche + Eltern) und ich hatte mehrere echt tolle Gespräche und wurde am Ende sogar noch spontan zu einer Einzugsfeier eingeladen, wo ich dann meinen Nachmittag verbracht habe.
Last but not least war am Mittwoch hier in Schweden Kanelbullensdag, der Tag der Zimtschnecke, und für einen Tag war das Land hier noch verrückter nach denen. Alle haben welche gebacken und im Supermarkt gab's Sonderangebote. Ich habe den Tag sehr erst genommen und den Überblick über die vernichten Kanelbullar verloren. Und ich kann bestätigen: Die selbstgebackenen sind die besten.
Mittwoch, 20. September 2017
1/10
So, heute bin ich genau seit einem Monat in Schweden und eigentlich wär es jetzt wirklich Zeit für ein bisschen Gefühlsduselei aber das ist Momentan nicht so wirklich mein Ding. Deswegen werde ich einfach erstmal weiter darüber berichten, was ich hier so erlebe.
Vor nicht allzu langer Zeit hab ich hier von meinem ersten Mal in Stockholm berichtet, doch inzwischen war ich schon so oft dort, dass mir die Stadt schon fast bekannt scheint und dass ich mir eingestehen musste, dass ich nicht über jeden einzelnen Tag in Stockholm berichten kann.
Ich verbringe wirklich einen Großteil meiner Freizeit in Stockholm, jedes Wochenende und auch einige Nachmittage unter der Woche. Die Stationen und Fahrzeiten des Pendeltåges kann ich inzwischen in- und auswendig und ausgefallene Züge und plötzliche Stops auf halber Strecke wegen Personen auf den Schienen habe ich auch schon durch. Selbst mit den drei Linien der Tunnelbana kenne ich mich bereits recht gut aus und habe schon viele kunstvoll gestaltete Stationen bewundern können.
Auch überirdisch hat die Stadt einiges zu bieten und da unsere Hauptbeschäftigung hier aus "rumlaufen" besteht, habe ich auch davon schon viel gesehen. Uns, wir, das ist unsere kleine Gruppe ATS mit Yttje aus Holland, Felix und Isaac aus Australien und mir. Und so verbringen wir unzählige Stunden auf den Straßen, in den Cafés und in der Tunnelbana und reden, reden, reden.
Zwar halt ich immer noch ein bisschen an der Überzeugung fest, dass man nicht nur andere ATS als Freunde haben sollte, aber im Moment ist mir das echt total egal. Wir vier verstehen uns super und wann immer wir (mehr oder weniger vollzählig) zusammen sind haben wir eine tolle Zeit. Das muss wohl dieses berühmte, unsichtbare Band zwischen ATS sein.
Selbst wenn es mir hier in der Schule richtig gut geht und ich immer noch meine "Freunde" vom ersten Schultag habe, kommt das einfach bei weitem nicht an das oben genannte ran. In meiner Klasse und ich glaube der ganzen Schule hat jeder wirklich sein eigenes Leben. Einen Partner, eine große Familie und viele arbeiten bereits. Selbst beste Freunde treffen sich hier nicht außerhalb der Schule. Und deshalb denk ich, dass es in Ordnung ist, wenn auch ich hier mein eigenes Leben, mit Freunden außerhalb der Schule habe.
Jetzt möchte ich aber erst noch ganz fix von einem ganz besonders schönem Tag berichten, auch wenn das schon wieder eine Weile her ist.
Und zwar war es Sonntag, der dritte September. Ich habe erstmal richtig schön ausgeschlafen und saß dann gegen 11 Uhr zuerst im Bus, dann im Zug und letztendlich in der Tunnelbana um Yttje zu besuchen. Sie wohnt in Danderyd, das ist ca. 15 Minuten vom Zentrum entfernt, wenn ich allerdings die komplette Anreise von Hovsjö mitrechne sind es fast 2h von mir.
Bei Yttje angekommen gab's dann Pannkakor (Plinsen, für all die Leute Zuhause) mit selbstgemachter Lingon-Marmelade. Ist ja nicht so, dass das schon ein würdiger Höhepunkt des Tages gewesen wäre, aber dann wurde ich auch noch auf eine kleine Bootstour eingeladen? !?!?!? Das Boot war wirklich klein, aber auch wirklich fahrtüchtig und das Wetter war perfekt und Stockholm hat nur so gestrahlt und alles zusammen war einfach genial. Ganz ehrlich.
Freitag, 8. September 2017
Lördag den andra september
Ich hab hier gerade noch ein bisschen Zeit totzuschlagen und seit meinem letzten Post habe ich auch schon wieder einiges erlebt, deshalb melde ich mich jetzt mal wieder.
Aaaalso, fangen wir mal mit meinem Wochenende an, das ziemlich erlebnisreich war.
Am Samstag war ich mit Yttje (eigentlich zum Einkaufen) in Stockholm verabredet, aber als Felix und Isaac spontan Zeit hatten, haben wir umgeplant und uns alle am Sergels Torg getroffen. Wir sind dann erstmal bis zum Kungsträdgården gelaufen und haben dort ein bisschen rumgesessen und geredet. Wir waren, wie immer, ein bisschen ratlos, was man denn jetzt machen könnte. Deshalb wurde Isaacs Vorschlag ins Moderna Museet zu gehen dann auch sofort angenommen.
Auch nach dem Besuch dort habe ich zwar weiterhin kein richtiges Kunstverständnis, aber immerhin fühlt man sich danach ein bisschen schlauer und intelektueller. Der Hunger hat uns dann zwar vorzeitig aus dem Museum getrieben, aber da der Eintritt frei ist, wird es uns da bestimmt noch ein paar mal hinverschlagen.
Die Suche nach Pizza sollte dann lang und nervenaufreibend werden und erfolglos bleiben. Stattdessen haben wir eine Art Mini-Markthalle mit verschiedenen kleinen Restaurants entdeckt. Da ich mich noch immer nicht ganz von meiner Pizza verabschiedet hatte, war es recht schwer sich zu entscheiden, aber am Ende wurde es ein Rotes Curry mit Reis, Seidentofu und einer Unzahl von Gemüsen, die ich bis heute nicht alle identifizieren konnte.
Weitestgehend gesättigt haben wir uns dann wieder auf die Straßen Stockholms gewagt. Dabei sind wir auch zufällig auf die Staatsbibliothek gestoßen, die war Samstagabend 20.00 Uhr aber leider geschlossen. Dafür haben wir dann einen mega coolen, ein bisschen versteckten, Spielplatz entdeckt und dort fika gemacht. Gott sei dank, bin ich dann nach meinem Wiener Bröd noch auf die Idee gekommen den Berg etwas weiter hochzulaufen und wurde mit einer absolut genialen Aussicht auf den Sonnenuntergang über Stockholm belohnt.
Nach einer kurzen gemeinsamen Fotosession sind wir dann alle zusammen zur Odenplan Station gelaufen und haben uns dort verabschiedet. Im Pendeltåg hab ich dann auch noch ein bisschen was vom nächtlichen Stockholm gesehen und ach, ich liebe einfach Zugfahren.
Eigentlich wollte ich auch noch über Sonntag schreiben, aber das wird ein extra Eintrag.
Bis sehr bald,
Emilia
Freitag, 1. September 2017
Das Erste Mal Stockholm
Ihr hört bald wieder von mir,
Emilia
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| Man kann nur erahnen wie atemberaubend es hier bei klarer Sicht sein muss |



























